Beitrag “Bananen”
Beitrag “Wüstenbeet”
27.10.2008

 

BuiltWithNOF
Tropicland

Musa basjoo Ende Juni 2008

Überwinterung

Wer im Frühjahr eine Musa basjoo, die derzeit am häufigsten angebotene Banane für das Freiland,
in den Garten gepflanzt hat, sollte nicht nur die grossen Werbeschriften lesen:
Absolut winterharte Banane !
Garantiert winterhart bis - 10°C !
 sondern auch das Kleingedruckte zu den Winterschutzmaßnahmen.

Banane “Musa basjoo” im Kübel überwintert ohne Schutzmassnahme bei Minimaltemperaturen
 von - 8 °C. Gesamte Pflanze weich und matschig; kein Neuaustrieb im Frühjahr.

Winterschutz - Methoden

1. Abdecken:

Boden um die Pflanze mindestens ca. 30 - 40 cm hoch mit Laub, Rindenmulch und/oder Tannenreisig  o. ä. abdecken. Der Scheinstamm der Banane erfriert im Winter und kann im Frühjahr am Boden abgeschnitten werden. Aus dem Rhizom treiben neue Kindel-Pflanzen. Die erreichbare Höhe der Kindel-Pflanzen wird sich jedoch kaum von der Höhe der Banane im Pflanzjahr unterscheiden.

2. Einhausen:

Aus verfügbaren Materialien, z.B. Maschendraht, Brettern, Holzlatten o. ä. wird um die Banane ein Verschlag errichtet. Die Scheinstämme der Banane werden dann ca. 10 - 15 cm unterhalb der Oberkante der Umhausung mit einem scharfen Messer abgeschnitten. In diesen Verschlag werden möglichst lückenlos Polystyrolplatten von 20 - 40 mm Dicke eingestellt. Der innere Bereich wird mit Stroh gefüllt. Laub als Füllmaterial ist weniger geeignet, da es leicht die vom Boden aufsteigende Feuchtigkeit aufnimmt, fault und schimmelt. Zur Vermeidung von Kondenswasser erhält die Umhausung eine Abdeckung deren Unterseite ebenfalls mit einer Polystyrolplatte isoliert ist. Zwischen der Strohfüllung und der Abdeckung sollte ein Luftraum von mindestens 10 cm vorhanden sein. Gegen Regen und Schnee erhält das Bauwerk eine wasserdichte Abdeckung z.B. mit einer Kunststoffplane. An frostfreien Tagen ist die Abdeckung zum Lüften zu öffnen.

Beispiel 1:

Einhausung mit einem Brettergestell und Polystyrolplatten;
mit Stroh gefüllt

Anfang Mai;
Strohfüllung wurde entfernt;
die Pflanzen trieben teleskopartig wieder aus

Beispiel 2:

Einhausung mit einem Kunststoffkomposter

Bananen
bei ca. 80 cm abgeschnitten ...

... anschliessend werden Polystyrolplatten eingestellt und

der Komposter mit Stroh gefüllt.

Insbesondere im Herbst sind Komposter oft preisgünstig im Abverkauf zu erhalten

Beispiel 3:

Einhausung mit 4 alten Türblättern

Zunächst werden 3 Türblätter zusammengeschraubt,
Polystyrolplatten eingebracht und der Innenraum
mit Stroh gefüllt;
die 4. Tür, mit Polystyrolplatte beklebt,
und dann gleichfalls aufgeschraubt...
 

...und eine Polystyrolplatte unter dem Deckel bildet die obere Abdeckung.
Gegen Regen und Schnee schützt eine beschichtete, wasserdichte Holzplatte.

Öffnen der Einhausung und Auspacken der Bananenstaude im Frühjahr ... das Stroh entfernt.

Teleskopartig treibt die Banane im Frühjahr aus

3. Gewächshausartige Einhausung

Die aufwendigste Winterschutzmaßnahme ist der Bau einer Einhausung ohne die Bananenstaude zu kürzen. Lediglich die Blätter werden auf ca.1/3 zurückgeschnitten. Aus Kanthölzern wird ein Gestell gebaut, welches die gesamte Pflanze oder Pflanzengruppe umfasst. Das Gestell wird 2-fach mit Luftpolsterfolie bespannt (aufgetackert). Geeignet ist UV-stabilisierte 3-lagige Noppenfolie mit 30 mm - Luftkammmern. Zur weiteren Erhöhung der Isolation können 1 bis 3 Seiten der Kastenkonstruktion zusätzlich mit Polystyrolplatten beplankt werden (Südseite lichtdurchlässig lassen). Meine Konstruktion, die übrigens auf die Anregung von Roland`s Bananenseite zurückgeht, wurde zur frostfreien Überwinterung mit einem Rohrheizkörper (330/660/1000 W) ausgestattet. Nicht zu unterschätzen ist die starke Erwärmung der Einhausung durch die Wintersonne. Der Verschlag kann sich sehr schnell auf 30°C aufheizen. Um dem entgegenzuwirken muss die Baulichkeit mit einer Lüftungsmöglichkeit ausgestattet werden. Bei der hier vorgestellten Konstruktion wurde ein Fenster eingebaut, welches durch eine Gasdruckfeder bei ca. 20°C öffnet. Zusätzlich wurde eine Tür eingebaut, die bei frostfreiem Wetter zur Lüftung dient.

“Bananenhaus” im Aufbau; links oben der Ausschnitt für das spätere Fenster

Gegen die Winterstürme erfolgte an der Wand eine Verankerung und im vorderen Bereich eine Abspannung mit Seilen.

Das Winterquartier ist fertiggestellt. Der vordere, untere Bereich als Tür; rechts unten die Heizung

Detail der Heizung, ein dreistufiger Rippenheizkörper

Bei Aufheizung durch die Wintersonne öffnet das Fenster durch eine Gasdruckfeder bei ca.20°C

 

Die Bananenstaude (Musa Basjoo) Anfang Mai 2008

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